Unplugged

Und weil ich grad über Konzertgitarren geschrieben habe, AC/DC könnens auch unplugged:

Wie man sieht, sind die Jungs einfach superlocker drauf und für jeden Blödsinn zu haben. Gute Kumpels halt, und ich fühl mich ihnen persönlich auch irgendwie verbunden.
Und nicht zuletzt bin ich ihnen sehr dankbar für die ganze Musik, die ich nun schon seit bald 24 Jahren höre.

Wurstfinger

Da Uschi und Sonja übers Wochenende in Ungarn am Plattensee bei ner Freundin von Uschi sind, hab ich endlich mal ohne schlechtes Gewissen stundenlang üben können. Und zwar richtig hart. AC/DC’s “You shook me all night long” superlaut in Endlosschleife gehört, einzelne Akkorde nachgespielt, Griffübungen gemacht und stundenlang Akkordwechsel geübt, bis mir die Finger wehtaten, Gitarrenworkshops und Übungsvideos im Internet gesucht und angesehen.
Neben Solodallas auf Youtube hats mir Marcos Augusto Farhat angetan, der offenbar Musikprofessor und Gitarrenlehrer ist.
Seine AC/DC-Interpretationen klingen zwar in den Videos nicht so gut wie die von Solodallas, aber sie haben den Vorteil, dass sie professionell aufgenommen sind, man sieht seine Hände aus mehreren Perspektiven und kann so ganz genau sehen, wie er greift und welche Saiten er anspielt. Die Videos sind wirklich sehr gut gemacht.
Aber zurück zum eigentlichen Thema: meine Wurstfinger.
Eigentlich war ich ja bisher der Meinung, eh recht kleine Hände zu haben, und verglichen mit den Pranken vieler Handwerker am Bau damals hat das auch gestimmt. Wenn man sich aber mal die Spinnenfinger von Herrn Farhat oben anschaut, ist das doch ne andere Dimension.
Besonders die Mittel- und Ringfingerspitzen sind bei mir so dick, dass sie die benachbarten Saiten beim Anschlagen gern mal halb mitblockieren und die Saite dann nicht mehr frei schwingen kann. Ich verdreh dann meine Hand irgendwie, bis es passt und sitze dann total verkrampft da. Naja, vielleicht doch Übungssache.
Hab dann vorhin mal herumgesurft zu diesem Thema, und natürlich haben dieses Problem auch andere Leute. Teilweise werden in so Fällen bestimmte Ibanez-Modelle empfohlen, wieder andere empfehlen 7-saitige Gitarren mit nur 6 Saiten zu bespannen.
Ausserdem wurde gesagt, dass sich die Les Paul- und SG-Modelle von Gibson auch mit dicken Fingern gut spielen lassen sollen. Bin dann mal gespannt.
Akustikgitarren haben breitere Griffbretter, auf Uschis Konzertgitarre hab ich die problematischen Griffe wie C-Dur problemlos greifen können. Aber ich will eigentlich eine E-Gitarre spielen…na schauen wir mal.
Die Masse im Vergleich:
Mein Fender-Nachbau: oben am Sattel 42mm, Ende Griffbrett 56 mm.
Uschis Konzertgitarre: oben am Sattel 52mm, Ende Griffbrett 68 mm.

Neues Schätzchen

Nein, ich bin eh noch mit Uschi zusammen und hab auch nicht vor, das zu ändern 🙂
Das neue Schätzchen ist eine Gitarre, die ich am Freitag bei Thomann bestellt hab. Eine Epiphone SG G400.
Epiphone gehört offenbar zum Gibson-Konzern und fertigt Billig-Versionen der doch recht hochpreisigen Gibson-Gitarren. Eine Original Gibson SG kostet so um die 1200 Euro, die besseren Epiphone-Nachbauten mit den original-Tonabnehmern drin kosten so um die 280 Euro. Bei Thomann im Webshop kann man beide Gitarren probehören, und die Epiphone klingt fast exakt so wie das Original.
Momentan hab ich ja nen Fender-Nachbau an einem Marshall MG 15 CDR (Link zum Testbericht), und das Ding klingt einfach nicht so, wie ich es will.
Es mag komisch anmuten, dass jemand, der ohnehin nicht gut hören kann, sich überhaupt mit Gitarren beschäftigt, aber ich bilde mir ein, dass ich Gitarrenmusik ziemlich gut hören kann. Bin eh sehr gespannt, ob sich meine Vorstellungen bewahrheiten.
Der Service bei Thomann ist ziemlich gut, ich hab das Ding Freitag Nachmittag bestellt und nach 2 Stunden eine Mail bekommen, dass meine Bestellung bereits das Haus verlassen hat und per Post zu mir unterwegs ist. Hab mir gleich noch einen Satz fette Saiten und ein vernünftiges Anschlusskabel mitbestellt.
Da gibts das neue Schätzchen: Epiphone SG400. Schwarz wär mir ja lieber gewesen, ist aber offenbar nirgendwo zu bekommen momentan. Da die Klampfe aber nicht in deckendem Knallrot lackiert ist, sondern das Mahagoni noch durchscheint, war mir die rote durchaus auch recht. Schaut edel aus, find ich.

Working@home

Einerseits ist Arbeiten daheim ja ganz nett. Gewohnte Umgebung, Arbeitsrechner ist genau nach Wunsch, niemand meckert, wenn man ungewaschen und in Unterhose am Arbeitsplatz ist, und man kann den ganzen Tag volle Kanne ACDC hören.
Andererseits verkommt man ein wenig zum einsamen Sesselfurzer mit zu wenig Sozialleben. Nicht, dass ich mich beschweren würde, ich wohn ja nicht allein. Aber würd ichs tun, wäre ich durchaus ein einsamer Sesselfurzer. Und ein noch grösseres Arbeitstier.

Hamburg – Der Bericht

Jo, wir waren also für ein paar Tage in Hamburg, von Samstag bis Dienstag. Geflogen sind wir mit Air Berlin, Hinflug war banal, Rückflug war etwas turbulent, oder aber der Druckausgleich in der Kabine hat nicht ganz funktioniert. Ständig Druck auf den Ohren gehabt. War übrigens mein erster Flug. Der Hinflug natürlich.
Übernachtet und gefrühstückt haben wir im Hotel “Aachener Hof” in der St. Georgstrasse, gleich um die Ecke bei meinem Schulfreund Klaus und einen Block vom Hauptbahnhof entfernt.
Tolle Lage, St. Georg war ja früher mal ein richtiges Drogenjunkieviertel, durch die niedrigen Mieten sind aber immer mehr Studenten dort eingezogen, und jetzt ist St. Georg ein richtig cooles und sehr belebtes Viertel.
Das Hotel selbst war bis auf den fehlenden Aufzug (wir hatten Zimmer im 4.OG) auch recht nett. Kein “echter” Hotelbau, sondern ein Altbau mit umgebauten Wohnungen. Modernen Hotelkomfort sollte man halt nicht erwarten, aber Preis/Leistung passt.

Am ersten Abend waren wir mit Klaus und Arndt (beide kenn ich seit der 4. Schulklasse, immerhin seit fast 29 Jahren. Scheisse, ich bin echt ein alter Sack.) in einem Gasthaus an der Binnenalster. Etliche Duckstein (Bier, das in Buchenholzfässern reift) getrunken, Matjes mit Bratkartoffeln gegessen. Abend nett ausklingen lassen.

Die nächsten Tage waren wir dann auf SIghtseeing, selbst rumlatschen und fahren lassen gut gemischt. Hafenrundfahrt mit seinem sehr launigen Führer, der jede Menge Witze auf Lager hatte. Wir waren auf einem ziemlich grossen Boot, authentischer isses ja mit einer kleinen Barkasse. Dafür kann man auf den grossen Booten auf dem Raucherdeck rauchen und sich Getränke bestellen. Obwohl die Rundfahrt eh so 90 Minuten dauerte und wir ne Menge gesehen haben, sieht man doch nur einen kleinen Teil vom 75km² grossen Hafen. Hafenrundfahrt ist auf jeden Fall ein Muss.

Grossstadtbewohner finden sich in den Hamburger Öffis recht schnell zurecht. Strassenbahn gibts keine, aber U- und S-Bahn und jeden Menge Busse. Normale Busse, Schnellbusse und stadtteilübergreifende Metrobusse. Man muss eigentlich selten lange warten. Eine Einzelfahrt kostet derzeit 1,30 Euro, wir haben uns zu dritt immer eine 5er gruppentageskarte für 10 Euro geholt. Fein ist auch, dass der ganze Hafenkram (Fischmarkt, St. Pauli Landungsbrücken, Reeperbahn) alles an der U3 liegt. Beziehungsweise fährt die U3 dort vorbei 🙂

Fischmarkt ist eigentlich auch ein Muss, aber wer nicht wirklich am Sonntag um 5 Uhr morgens dort ist, bekommt von der eigentlichen Show der Marktschreier nicht mehr viel mit. Wir waren so gegen 8 da, da waren die Typen halt schon etwas müde und haben fast nur noch verkauft und ansonsten die Klappe gehalten. Wer die Marktschreiershow (Witze reissen, Publikum verarschen, Ware ins Publikum werfen) nicht braucht, kann auch später hin und findet dann einen etwas überlaufenen Souveniermarkt mit Fischbrötchen, viel anderem Fischzeugs, Blumen, Obst und Bierständen. Wenn Krabbenbrötchen, dann unbedingt die Nordseekrabben bestellen und nicht die Tiefseekrabben, die sind eh nur tiefgekühlt vom Arsch der Welt und fast geschmacklos, die Nordseekrabben sind nur wenige Stunden alt und normal erst in der Nacht gefischt worden. Sieht man schon am Preis, Nordseekrabbenbrötchen kostet 5 Euro, Tiefseekrabbenbrötchen nur 2,50.
Fischmarkt bietet sich immer dann an, wenn man die Nacht bis in Hamburg durchgemacht hat.

Vom Fischmarkt zur Reeperbahn sinds nur eine Treppe hoch und vielleicht 300m Fussweg. Tagsüber ist dort nicht so viel los, aber ne Abendtour kam wegen Sonja diesmal halt nicht in Frage. Nächstes Mal dann. Immerhin gibts dort ne Menge origineller Geschäfte, man bekommt dort z.B. “St. Pauli” Fanartikel, wir haben uns T-Shirts mitgenommen. Etliche Freaks und Transvestiten rennen dort auch tagsüber rum und lockern ein wenig das Alltagsbild auf. 50-Jährige, verlebte Herren(?) mit Emo-Eyeliner und im schwarzen Minirock schauen halt, nunja, etwas gewöhnungsbedürftig aus.
Zwischendurch bin ich dann noch von einer Frau so um die 50 komisch angepflaumt worden, die der Meinung war, ich hätte sie fotografiert.

Ebenfalls gönnen sollte man sich eine Shopping-Tour durch die Innenstadt. Mönckebergstrasse, Jungfernstieg, Alsterhaus, ein sehr schöner und riesengrosser Karstadt wollen angeschaut werden. Kühle, hanseatische Architektur, tolle Cafes. Wir waren in einem, das sogar original Wiener Melange hatte, die auch sehr lecker war.

Wer viel Zeit hat und gern fotografiert, sollte sich Karten für eine der Bus-Stadtrundfahrten holen. Das Feine ist nämlich, dass man zwischendurch zum Schauen und fotografieren aussteigen kann und dann mit seiner Karte in den nächsten Sightseeing-Bus wieder einsteigen kann. Die einmal gelöste Karte gilt den ganzen Tag.

Und zum Mäci sollte man. Die Hamburger Mäcis haben jetzt nix Besonderes an sich, aber es gibt dort, wie in allen deutschen Mäcis, den McRib, den es in Österreich nicht gibt. Essbefehl! 🙂

Auch etliche Öffis bieten nette SIghtseeing-gelegenheiten, z.B. der 151er Bus, der über die 50m hohe Köhlbrandbrücke über den Hafen fährt. Oder die U3, die ebenfalls diverse Hafengegenden kreuzt.

Man sollte schon so 4 Tage einplanen, um einigermassen in Ruhe was von Hamburg zu sehen. Jedenfalls waren unsere 4 Tage viel zu schnell vorbei und ich hätte gern noch ein paar Tage mehr gehabt.

Böser Fehler

Ich hab mir ja aus Hamburg ne Dose Labskaus mitgenommen, und die hab ich heute aufgemacht und in die Pfanne gehauen.
Labskaus selber machen ist ziemlich aufwendig, siehe Wikipedia-Artikel im Link vorhin. Deswegen hab ich mir immer schon welches in der Dose gekauft, und im Norden bekommt man das Zeug auch in jedem Supermarkt, in Wien hab ichs noch nirgendwo gesehen. Jedenfalls hab ich mir die Dose (was Gutes, 5,99,- im Alsterhaus) heute
aufgemacht und weggefuttert. Und das Ganze natürlich für alle Nicht-Labskaus-Kenner, fotografisch dokumentiert:


Offene Labskaus-Dose. Schön rosa das Zeugs, Optik erinnert halt leicht an Hundefutter oder “schon mal was Gegessenes”.
Aber was quatsch ich hier rum, ab in die Pfanne mit dem Zeugs:

Das Ganze wird nun bei mittlerer Flamme ausgiebig gebraten, so lange, bis sich am Pfannenboden eine Kruste bildet, dann wird umgerührt. Labskaus
ist ja im Grunde ein deftiger Eintopf, der braucht sowas.
Nebenbei Spiegeleier fabrizieren und Rote Beete, Gurken und Rollmops bereitstellen. Wenns schön dunkelrosa ist, auf den Teller damit und die Beilagen dazu:

Lecker. Sehr lecker. Verdammt lecker. Könnt mich reinlegen. Scheisse, warum hab ich nur eine Dose mitgenommen?
Ach ja, wo da nun der böse Fehler ist? Es gehört ein Bier dazu, und ich hab keins gekauft. ARGL…