Verpasst

Eigentlich sollt ich jetzt nicht bloggen, sondern mim Carsten aus München am Donaukanal sitzen, Bier trinken und Fussball schauen. Verabredet waren wir für 19:15 Uhr am Schwedenplatz, Carsten hat sich dann aber verspätet. Bin dann um 20 Uhr Eis kaufen gegangen und dann in die U-Bahn, und genau dann war der Carsti natürlich da. Ja, klar, wir haben uns SMS geschrieben, aber seine letzte war um 19:30 Uhr “Warte einfach”, und darauf hatte ich halt um 20 Uhr keine Lust mehr und war etwas angefressen und hab ihm dann geschrieben, dass ich wieder heimfahre.
Mist, so schnell ergibt sich da sicher keine Gelegenheit mehr. Aber gut, er ist nicht alleine hier, und wird jetzt sicher schon in der public viewing area bei der Urania Fussball schauen und feiern. Have fun, trotzdem 🙂

Hören und Nichthören in der Familie

Zu den Menschen, mit denen man am meisten kommuniziert (und die auch am meisten unter den Hörproblemen zu leiden haben), gehört ja die eigene Familie.
Aktuell bei uns sieht man das grad gut, weil die Sonja ja derzeit ne Woche in England ist.
Bei Normalhörenden würde der Kontakt jetzt wahrscheinlich so ablaufen, dass sie uns anruft oder wir sie und das Telefon wird dann an den nächsten weitergereicht, so dass alle mal mit ihr sprechen können.
Geht bei uns nicht.

Sonja und Uschi telefonieren miteinander, und Uschi berichtet mir dann. Und Sonja und ich schreiben uns ab und zu eine SMS. Das ist natürlich nicht das gleiche. Per SMS ist man kürzer angebunden, man hört nicht die Stimme des Anderen, und für Sonja ist es aufwändiger, erst Uschi alles zu erzählen, und mir dann noch ne SMS zu schreiben.

Und natürlich ist es auch für Uschi umständlich, ein zehnminütiges Telefongespräch mit Sonja möglichst originalgetreu widerzugeben, es wird zusammengefasst und teilweise reduziert auf den reinen Informationsfluss. Was ist passiert, was war gut, was war schlecht, usw. Dabei bleibt dann das Emotionale ein wenig auf der Strecke.

Ein anderes Beispiel sind die Tischgespräche, besonders mit Kindern. Hier meine ich jetzt nicht Sonja, die ist ja fast schon erwachsen. Kinder sind impulsiver und spontaner als Erwachsene, wechseln gerne mal sprunghaft das Gesprächsthema, sprechen undeutlicher, es ist generell schwerer vorhersehbar, worüber sie sprechen werden.
Und gut vorherzusagen, was gleich gesagt werden könnte, ist für Hörbehinderte schon die halbe Miete, denn es schränkt die Anzahl der möglicherweise gesprochenen Worte stark ein. Und dazu muss man in erster Linie wissen, worüber überhaupt gesprochen wird.

Bei uns versuche ich, die goldene Mitte zwischen “gut aufpassen”, “nachfragen” und “die beiden halt mal reden lassen und beim nächsten oder übernächsten Thema wieder einsteigen” zu finden. Klappt nicht immer, geht auch nicht immer ohne genervt-sein ab. Es hemmt den Gesprächsfluss ja ziemlich, wenn einer das Gespräch unterbricht und nachfragt, was gerade gesagt wurde. Es nervt auch, wenn man dann wegen etwas gefragt wird und keine Ahnung hat, worum es geht und die anderen dann erstmal 10 Minuten Gespräch wiederholen müssen.

Es kann also viel schiefgehen:
Zu oft nachfragen führt dazu, dass die anderen gereizt sind, und als Reaktion darauf man selbst auch. Oder man selbst ist frustriert, weil man zu wenig ins Gespräch einbezogen wird, weil man ohne aktives Nachfragen nicht berücksichtigt wird. Oder man kriegt nen Anschiss, “weil man nicht aufgepasst hat” und dann wegen etwas gefragt wird und sich nicht auskennt, weil man sich eben grad mal ausgeklinkt hat, weil das Aufpassen zu anstrengend war.

Fazit: Hörbehinderte haben in der Familie im Grunde genau die gleichen Probleme (und auch im gleichen Ausmass!) wie woanders. Es kann sogar passieren, dass sich “fremde” Menschen mehr Mühe geben, verstanden zu werden, denn für diese ist die Problematik nicht alltäglich. Hinzu kommt auch, dass “nicht hören können” in der Familie nicht nur informelle, sondern auch emotionale Defizite mit sich bringt.

Schlaaaaaaaaand!

Uschi und ich waren gestern und heute in Tirol bei einer von Uschis Schwestern und haben dort ihren Geburtstag gefeiert. Leider haben wirs erst bis zur zweiten Halbzeit von Deutschland vs. England nach Hause geschafft und die ersten 4 Tore (eines wurde ja nicht gegeben) nur im Radio mitbekommen, zumindest Uschi 🙂
Sitzen jetzt müde und leicht kaputt vorm TV, 5 Std. fahren schlaucht dann doch etwas. Aber Uschi ist wie immer weltmeisterlich gefahren 🙂
Fotos von der Feier selber gibts hier keine, aber evtl. ein paar Landschaftsaufnahmen. Mal schauen, wenn ich dann die Fotos durchgeschaut hab.

Unserer Prinzessin in England gehts auch gut, bisher gefällt ihrs super, und sie ist begeistert von den ganzen neuen Eindrücken. Lieb 🙂

Sie ist weg.

Haben heute vormittag die Sonja zum Flughafen gebracht, sie sollte dann eh schon bald wieder in London landen. Bissi traurig waren wir natürlich schon, auch wenn Sonja sich ausgebeten hat, dass wir nicht traurig sind, weil sie dann selbst traurig wird 🙂 Naja, immerhin ist es ihre erste Auslandsreise ohne uns. Und für uns ist es schon ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie es sein wird, wenn Sonja auszieht. Mehr oder weniger dreht sich ja doch vieles um den Nachwuchs, der dann beim Auszug eine grosse Lücke hinterlassen wird.
Jedenfalls, bevor ich melancholisch werde, ich bin dann schon gespannt auf ihre Ankunfts-SMS und wie es ihr bei ihrer Gastfamilie im südenglischen Bognor Regis ergehen wird. Ich wünsch unserer Prinzessin auf jeden Fall eine schöne, unbeschwerte Woche und freu mich schon drauf, sie am kommenden Freitag wieder in Empfang nehmen zu können 🙂
Und natürlich werden Uschi und ich auch das beste aus unserer sturmfreien Woche machen 🙂

Mal ein Eis essen gehen

Uschi und ich waren heute Eis essen. Nicht bloggenswert eigentlich, aber wir waren nicht irgendwo Eis essen, sondern dort, wo unsere Sonja ihren Ferienjob machen wird. Und ganz zufällig musste die Sonja dort heute aushelfen. Ganz allein im Laden.
Haben uns wie ganz normale Kunden um ein Eis angestellt und sind souverän und professionell bedient worden.
Geübte Handgriffe, kein Herumgesuche, Preis korrekt ausgerechnet. Und da sie allein den Laden hütet, wischt sie auch den Boden, putzt die Eisvitrine und bereitet Eiskaffee zu. Also, sie macht ihren Job wirklich sehr gut. Ich glaub, ich hätte mich da in ihrem Alter dümmer angestellt.

Premiere

In diesen Stunden, seit 13 Uhr, arbeitet die Sonja zum ersten Mal in ihrem Leben. Sie hat einen Ferienjob in einer Eisdiele gefunden, und heute ist Probetag. Bin schon sehr gespannt, was sie dann berichtet 🙂

Dämliche Untertitel

Gerade läuft Fussball, Neuseeland gegen die Spaghettifresser die Spucker Italien. Und beim Abspielen der Nationalhymnen liest man in den Untertiteln “Nun hören wir die Hymnen der Mannschaften”. Ehrlich? Echt? Ich bin schockiert. Die spielen dort Nattionalhymnen beim Fussball? Vor dem Spiel? Tja, wer hätte das gedacht. Und das ist nur ein Beispiel für den vielen Unsinn, den man in den
Hörgeschädigten-Untertiteln liest.

Auch von mir: Danke, Heidi!

Bestatterweblogger Tom hat mal wieder einen grossartikel Artikel verfasst. Eine Art Nachruf auf die alten Zeiten und auf die nun verstorbene Heidi Kabel im speziellen. Kennt hier in .at niemand. Heidi Kabel war eine grossartike norddeutsche Volksschauspielerin.
Ich weiss noch genau, wie ich zu Füssen meines Opas auf dem Teppich sass und eben diesen Ablauf mit Tagesschau, Wetterkarte, Ansagerin und eben dem Ohnsorg-Theater mitgeschaut hab. Sehr beliebt war auch die Sportschau oder Fussball-EM/WM. Da gabs immer Eis, und ich hab nen Schluck Holsten Edel vom Opa abbekommen. Oh, und natürlich der Peter Frankenfeld mit “Musik ist Trumpf”. Schön wars 🙂

Sehr erhebend

Fast wie ein Feierabendbier ist es, wenn man sich nach knapp 13 Stunden Arbeit am PC noch die Gitarre nimmt, und “mal was anderes” übt. Das Hells Bells Intro.
Und sogar endlich die Schlagtechnik versteht, so dass der Rhythmus passt. Und wenn mans spielt, fühlt man sich, als würde man Teil einer Musikmaschine werden,
die immer grösser und stärker wird. Das ist ein sooo geiles Gefühl 🙂