Von Clouds, IT-Managern und Ärschen

Für mich haben die aktuellen Vorfälle bei Amazon mal wieder ein altes, aber immer noch aktuelles Problem des IT-Managements aufgezeigt: Oft genug, leider viel zu oft, geht es IT-Managern gar nicht mehr darum, technisch und wirtschaftlich gute Lösungen zu erarbeiten, sondern es geht nur mehr um zwei Dinge: möglichst billig sein und möglichst keine Verantwortung übernehmen. Dies führt dann als Folge zur Denkweise “Es wird schon nichts passieren, und wenn doch, ist es nicht meine Schuld, sondern die der Dienstleister”.
“Gehn wir doch einfach mal in die Cloud, und Amazon macht dann schon alles”? Leider ein tragischer Fehlschluss, wie man hier nachlesen kann. Und genau diese “cover your ass”-Strategie find ich zum Kotzen.

Unverständlicherweise macht sich aber kaum jemand Gedanken darüber, wie dämlich diese “cover your ass”-Denkweise eigentlich ist. Was hilft es einer Firma, wenn Dienste und Server nicht verfügbar sind, ihr IT-Manager aber eh nichts dafür kann? Die Kosten für den Ausfall von Servern und Diensten entstehen doch trotzdem? Es ist doch scheissegal, wer daran Schuld ist, dass sich die halbe Firma auf dem Raucherhof tummelt, weil “gar nichts mehr geht”? Oder habt ihr es jemals mal geschafft, Schadensersatz für Ausfälle von einem Dienstleister zu bekommen, liebe IT-Manager? Hat jemand Notfallpläne erarbeitet und getestet? Nicht, oder? Warum auch? Wird schon nix passieren…

In vielen anderen Bereichen schauen wir noch immer auf Qualität und Gediegenheit. Das Sofa fürs Wohnzimmer soll gemütlich sein, etwas aushalten können und möglichst lange halten, ohne schnell schmuddelig auszusehen. Klar, schliesslich platziere ich da meinen eigenen Arsch drauf. Bei der EDV hingegen kommt bei Neuanschaffungen meist die obige Denkweise zum Tragen. Vordergründig aus dem gleichen Grund: Es ist gut für den eigenen Arsch. Denkt man aber mal bissi mehr nach, gehts dem eigenen Arsch doch langfristig nur dann gut, wenns auch der Firma gut geht?

Also müsste man sich vielleicht Zeit nehmen, um sich mit einer neuen Technologie vertraut zu machen. Fachwissen aufbauen, Tests fahren, Ausfallsicherheitskonzepte und Notfallpläne erstellen, die eigene Arbeit kritisch betrachten und auf Fehler durchleuchten. Wer gute Arbeit leistet, sollte kein Problem damit haben, dann auch dafür gerade zu stehen. Hatte ich jedenfalls nie. Genauso wie unzählige andere echte Admins.

Natürlich, liebes Management, gilt das Gleiche auch für Euch. Mal bissi Verantwortung zeigen und echte Admins anheuern, die richtig selber was können. Anstatt immer nur billige Trottel anzustellen, die gerade mal wissen, wie man nen Mailaccount in Outlook einrichtet und ansonsten nur selbst im Schlaf die Hotline des Dienstleisters anrufen können. Echte Admins kosten zwar mehr, tun aber langfristig Eurer Firma gut. Und Eurem Arsch dann auch.

We’ll be back!

…haben wir ja dort versprochen. Im kalten Februar waren wir am Friedhof St. Marx und heute hat uns mal interessiert, wie der Friedhof im fortgeschrittenen Frühling (hier hatte es heute gut 25 Grad) aussieht. Und siehe da, er ist eine richtige Idylle. Unmengen von Flieder wächst dort, der jetzt sehr schön blüht, und viele Gräber sind mit Pflanzen überwuchert. Und neben uns waren auch viele weitere Spaziergänger dort unterwegs.
Anschliessend waren wir noch am Friedhof der Namenlosen, davon wird aber ein andermal berichtet. Vorhang auf für die wie immer grossklickbaren Fotos vom Friedhof St. Marx:

Pedalboard

Herr Broken meinte ja mal anlässlich meiner fixen Idee, den “Back in Black”-Sound nachzubauen, dass das Nachbauen des Pink Floyd-Sounds wohl eine Lebensaufgabe wäre. Und da hat er recht. Siehe z.B. hier. David Gilmours Rig. Ne Menge Pedale.
Interessant ist aber, was weiter unten steht:

– David’s 1984 tour rig
(…)
7. Schaffer Vega wireless system

Schau an, der hats auch benutzt. Wie sehr viele andere Bands wie z.B. Kiss auch. Und ja, das Ding prägt den Gitarrensound ganz erheblich, wenn mans zulässt.

Meins gurkt entweder noch in L.A. am Flugplatz herum, oder düst gerade Richtung Europa. Keine Ahnung, warte aufs nächste Update.

Operation

an der offenen Gitarre.
Sorry für nix schreiben hier, ich bin freizeitmässig momentan einfach total mit dem Gitarrenkram und der Mitarbeit an solodallas.net ausgelastet.
Aber jetzt, am Sonntag Morgen, nehm ich mir jetzt endlich mal Zeit, hier auch mal was zu schreiben. Und aus naheliegenden Gründen gibts mal wieder Gitarrencontent 🙂
Ich hab mir in den vergangenen Wochen ja einige Pedale gekauft, um dem Angus-Sound näher zu kommen. Die Kombination Gibson SG + Marshall JMP + Marshall 4×12″ Cabinet macht schon mal einen guten AC/DC-Ton. Wer sich aber mal das Intro von “You shook me all night long” angehört hat, weiss, wo ich klangmässig hin will. Und das war mit der obigen Kombination offenbar nicht zu erreichen.
Auf solodallas.net hat der Fil nun herausgefunden, dass Angus’ Drahtlos-Übertrager in der Tat verantwortlich und massgebend für (nicht nur) den Klang auf dem “Back-Black”-Album ist. Nachzulesen hier: It’s the Vega, baby!. Fil’s “You shook me all night long” mit dem Vega wireless hat mir echt die Schuhe ausgezogen. Will ich auch! Und krieg ich auch, aber dazu später mehr.

Das Vega wireless-Teil hat nicht nur einen, sondern zwei Booster drin (einen am Sender, einem am Empfänger), einen Compressor (im Sender) und einen Dekompressor (am Empfänger). Nicht nur Boost und Kompression lassen sich einstellen, sondern auch die Kompression:Dekompression-Ratio, also wie weit der Dekompressor die Kompression des Kompressors im Sender wieder rückgängig macht. Nagut.

Dann mal hab ich mir jetzt über die Unterschiede der Sound-Gedanken gemacht: Zum einen hat Fil für die Aufnahmen keinen Marshall JMP verwenden, sondern einen Marshall 1959. Dann das Vega, und eine seiner SGs aus den 70ern.
Bei meinen Spielereien mit den Booster-Pedalen hab ich nun gemerkt, dass ich nicht mal in die Nähe des Vega komme. Mit Boost ist das Ganze immer sehr harsch geworden, und wenn ich mit Compressor nen schönen hohlen Ton hatte, hat der Rest des Tons nimmer gepasst. Bei Vergleichen hab ich dann gesehen, dass der Standard-Tonabnehmer der Gibson am Steg schon ein relativ fettes (starkes, lautes) Output-Signal hat. Also Booster quasi schon eingebaut. Impedanz ist um die 14,4 KOhm.

Also hab ich das getan, was mir schon lange vorgeschwebt ist: raus mit dem Standard-Tonabnehmer und rein mit einem Angus Young signature Tonabnehmer. Das Ergebnis nehme ich mal vorweg, bevor dann die Pix vom Umbau kommen. Er ist leiser und weniger aggressiv (9,6kOhm), klingt weniger nach Heavy Metal und mehr nach Blues. Der wummernde Bass, dieses übermächtige “Wrummmm” bei jedem Anschlag, an dem die dicke E und A-Saiten beteiligt sind, hat sich zurückgenommen und fügt sich lautstärkemässig jetzt in den restlichen Gitarrensound ein und ist nicht mehr so präsent. Die Gitatte hat einen ganz anderen Sound bekommen jetzt. Metal weg, Blues her. Audiofiles werden nachgereicht, ich muss mich erst noch an den Sound gewöhnen 🙂

Zum Vega wireless: ich hab 2 Stück davon in den USA gefunden, ausserhalb von Ebay und sehr sehr günstig. Sind auf dem Weg zu mir. Und nun die Pix. Wie immer draufklicken zum Vergrössern.

Der Patient auf dem OP-Tisch. Erst mal Saiten runter und Schlagbrett losschrauben
Saiten und Hardware sind runter. Was erwartet uns jetzt innen?
So schauts unterm Schlagbrett aus. Eh nicht so viel 🙂
Nun auf der Rückseite die Control Cavity öffnen und den Ausbau des Pickups vorbereiten.
Der Neue. Äusserlich kein Unterschied zum alten.
Und nun ist der alte draussen. Unten alt, oben neu.
Rein mit dem Neuen, Kabel durchziehen.
Provisorische Verkabelung für den ersten Test. Die 2 Spulenkabel des Tonabnehmers sind schon fest miteinander verlötet, “Hot” und Masse nur locker verdröselt. und abgeklebt.
Erster Test mit 2 Saiten drauf. Hört man überhaupt was? Ja, tut man. Laut und kräftig. Gottseidank 🙂
Nun alles schön verlöten und isolieren.
Fertig. Wie man sieht, hab ich ausserdem noch einen Montagering draufgegeben, damit der Pickup parallel zu den Saiten liegt.

Solo Dallas, the quest for tone und Pedal-Experimente

Mein erstes AC/DC-Album war ja das “Back in Black”. Und am meisten hat mich an diesem Album das Intro von “You shook me all night long” fasziniert, und das tut es heute noch. Mehr noch, ich hab überhaupt nur deshalb mit dem Gitarre spielen angefangen, um dieses geile Intro endlich mal selbst spielen zu können:

Mittlerweile kann ichs halbwegs spielen, aber es klingt eben noch nicht so wie das Original. Und das liegt nicht nur an mir, sondern daran, dass mir trotz Gibson SG und 70er Marshall noch etwas fehlt. Ja, mein Cabinet hat ausserdem die falschen Lautsprecher drin, aber das vernachlässige ich jetzt mal, es ist immer gut, sich vom Grossen ins Kleine vorzuarbeiten und erst mal die grossen Unterschiede zu beseitigen.
Die Erkenntnisse, von denen ich hier erzähle, sind übrigens nicht meine eigenen, sondern die von Fil “SoloDallas”. Es gibt sogar ein nicht ganz ernst gemeintes Poster dazu:

Worum gehts nun?
Ich war ja immer stolz auf den Angus, weil er “straight into the amp” spielt und keine Effektpedale mag. Das ist an sich zwar richtig, aber nur die Hälfte der Wahrheit. So gegen Mitte der 70er hat Angus (zusammen mit Kiss) angefangen, Funkübertragungssysteme für seine Gitarre zu nutzen. Und dieses Funkübertragungssystem, das “Schaffer-Vega Diversity System”, entworfen von Herrn Ken Schaffer und später übernommen von der Cetec Group, enthält einen Booster und einen Compressor im Sendeteil gitarrenseitig. Eigentlich nicht zur Tonmanipulation, sondern zur Optimierung der Funkübertragung gedacht (Verstärkung des Gitarrensignals (Boost) und Kompression (Verringerung der Signalbandbreite) im Senderteil, im Empfangsteil dann ein Dekompressor und ein weiterer Boost). Konzipiert war das Ganze so, dass originale Tonsignal der Gitarre möglichst originalgetreu widergegeben wird.

Aber man kann den Dekompressor abschalten und den Boost regeln. Und das hat Angus offenbar auch gemacht. Die von Angus verwendeten Marshall-Verstärker JMP 2203, JMP 2204, JMP 1959 sind nämlich keine Hi-Gain-Verstärker und bringen nicht diesen fetten, erdigen, nasalen Ton raus, den Angus so an sich hat. Angus hat am Verstärker auch sehr cleane Settings, Volume geht selten mal über 6.
Das Drahtlossystem hat also einen grossen Anteil an Angus’ Sound.

Fil hat dazu einen Artikel aus einer “Guitar Player” von 1976 ausgegraben, in dem 3 Wireless-Systeme vorgestellt werden und Ken Schaffer in einem Interview persönlich erklärt, wie das Ding funktioniert.

Eventuell lässt sich der Ton mit dem “höhergainigen” JCM900 besser nachvollziehen, zumindest hat das jemand dort im Forum berichtet. Herr Broken, wenn Dich das interessiert, kannst es ja mal ausprobieren 🙂

Jedenfalls ist Fil zunächst mal auf die Idee gekommen, wie sich das Wireless-System auf Angus’ Ton auswirkt, hat mit Pedalen experimentiert, und ist sehr nahe drangekommen. Das hat mich dann dazu animiert, auch mal mit Pedalen zu experimentieren. Alle Bilder wie immer: click to enlarge.

Zunächst also einen MXR M-108 10 Band Equalizer gekauft, als Volume-Booster. Rauscht ordentlich, man kommt aber aber mit den richtigen Einstellungen schon ein gutes Stück weiter. Dann noch einen MXR DynaComp als Compressor hintendran. Klingt nochmal besser, aber noch immer nicht nahe genug dran am Original. Und man hat ausser Rauschen auch noch ordentlich Feedback mit drin, es ist kaum möglich, damit vernünftig aufzunehmen oder zu spielen. Eventuell gehts mit einem Noisegate am Ende.

Nächster Versuch war dann ein kombiniertes Booster/Compressor-Pedal von Strymon. Sehr geiles Teil, vor allem annähernd rauschfrei. Aber leider zu wenig Boost und auch der Compressor klingt nicht ganz so, wie ich es will. Das Ganze wird zu hart und zu metallisch. Nächste Hoffnungen liegen nun auf den Marshall-Bluesbreaker und Marshall Jackhammer-Pedalen. Ich stell dazu später noch Audio-Files rein. Wie man sieht, hab ich auch probiert, die Pedale zu kombinieren.

Nebenbei bin ich während der ganzen Testaufnahmen auch auf eine bessere Mikrofonstellung am Cabinet gekommen. Überhaupt ist die Mikrofonplazierung vor dem Lautsprecher irre wichtig und für den Ton genauso entscheidend wie das restliche Equipment. Stellt man das Shure SM57 nämlich schräg zum Lautsprecher, nimmt man einen volleren Sound mit mehr Details auf, als wenn das Mic einfach senkrecht zum Lautsprecher steht. Mikrofonplazierung schaut nun so aus:

Alltagsblödsinn

Mitunter fallen mir unterwegs witzige, blöde und seltsame Dinge auf. Meistens mach ich dann auch ein Foto davon. Dank iPhone4 jetzt auch in besserer Qualität. Nachfolgend mal ein paar davon. Klick to enlarge:

Gefunden auf dem Herrenklo in einer Bar. Links Geld einwerfen, wenn der Aufriss geklappt hat. Rechts Geld einwerfen, wenn man doch wieder alleine nach Hause muss.
Und der Verfasser ist getrennt von Duden und Recht Schreibung.
Dankeschön. Ich fühl mich gleich viel sicherer, wenn ich überwacht werde.