Tonabnehmer-Fail

Meine 1969er Gibson SG klingt relativ zahm im Vergleich zur 2009er Gibson. Schuld sind die relativ schwachen Tonabnehmer. Im Vergleich: der Standard-490R in einer modernen SG Standard hat um die 14 kOhm Widerstand, der wirklich sehr gut klingende Angus Young signature Pickup von Gibson immer noch 9,8 kOhm.
Und die Tonabnehmer in der 1969er SG haben um die 6,5 kOhm.

In der Praxis schaut das so aus, dass die 69er SG auf Volume 8 etwa so laut ist wie die 2009er SG auf Volume 6. Geht gerade eben noch, Reserven hat man aber keine mehr, von 8 auf 10 tut sich nimmer besonders viel. Also wollt ich testweise mal einen Angus Young signature Pickup in die 1969er SG einsetzen. gesagt, getan, bestellt.

Gestern kam er dann, und die Bastelei ging los. Alten Tonabnehmer vorsichtig loslöten, Schlagbrett lösen, Tonabnehmer ausbauen, neuen rein. Schlagbrett wieder drauf. Feststellen, dass die Befestigungsschrauben des neuen Tonabnehmer zu lang sind, Schlagbrett geht nicht rauf. Gitarre leicht anbohren, damit die Schrauben ein wenig ins Holz sinken, kommt nicht in Frage. Also TA nochmal raus und Schrauben gekürzt. TA wieder rein.

Dann gemäss Anleitung verkabeln, erstmal testweise ohne dessen Kabel passend zu kürzen. Hm. Sehr dünner Ton, kommt kaum was raus. Also mal gemäss Anleitung Plus und Minus getauscht, vielleicht ist er ja out of phase mit dem anderen Tonabnehmer. Auch nix. Wieder zurück. Masseverbindungen geprüft, andere Masseverbindung genommen.
Nix. Tonabnehmer an die Controls des anderen Tonabnehmer gelötet. Auch nix. WTF?!

Dann den neuen Tonabnehmer gemessen. Und weit über 200 kOhm am Multimeter erhalten, wobei das Multimeter beim Messen noch raufgezählt hat. Oh Mann. Tonabnehmer hin. Also austauschen. TA wieder raus. Mal schauen, ob Thomann mir entgegenkommt.

Naja, jetzt mal Fotos. Wie immer click to enlarge.

Butter bei die Fische

in Sachen SVDS-Replica.
Frühere Berichte zur Replica gibts hier: Der Sound der Rockstars, hier: SoloDallas performt “Back in Black” mit original-SVDS, und hier: Besuch bei Guido und der erste Replica-Prototyp.

So. Nach dem ersten Prototypen vom Guido gibt es jetzt auch einen Schaltplan und einen Techniker hier in Wien, der sich der Vorserien-Prototypen annehmen wird: der Markus.
Markus ist Diplom-Ingeneur und Audio-Freak. Er baut seine eigenen Röhrenverstärker und arbeitet an einer eigenen Serie von Studio-Monitoren. Und er hat eine Menge Erfahrung, was die Entwicklung elektronischer Geräte angeht, denn das war Teil seines Berufes, bevor er sich selbständig gemacht hat.

Letzte Woche war er dann bei mir, um die Verträge zu unterzeichnen und alle Unterlagen entgegenzunehmen:

Auf einem der Fotos sieht man ausserdem ein beiges VegaPro 63, dessen Gehäuse baugleich zum SVDS ist und daher als Muster für die Gehäuse der Replica herhalten wird.
Ausserdem wird es eine billigere Pedal-Version geben.

So langsam wirds konkret. Und in gut zwei Monaten werden wir die ersten Vorserien-Prototypen haben, und zwar gleich beide, Replica und Pedal. Yay!

Weil es gerade mal passt…

Man leistet eine Dienstleistung, gemäss Absprache per Email. Man leistet kostenlos Anschluss-Support, man ist kulant und hilfsbereit.
Trotzdem schrecken manche Leute nichtsdestotrotz nicht davor zurück, die gemäss Absprache geleistete Leistung durch nachträgliche weitere Anforderungen als nutzlos zu bezeichnen und mäkelt an allem möglichen herum.

Ganz offensichtlich wird hier versucht, den Preis zu drücken. Da spielt es dann auch keine Rolle, dass man schon jahrelang zusammenarbeitet und eigentlich schon fast befreundet ist. Geiz, Gier und Misstrauen sind offenbar stärker als die Gewissheit, dass jemand, der schon recht lange kulant und fast rund um die Uhr hilfsbereit war und dies nicht immer abgerechnet hat, einen jetzt nicht so einfach bescheissen würde.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sparen oft an der falschen Stelle. Mediamarkt-PCs als Server, Backup auf externe Festplatten, Internet-Server an ADSL-Leitungen. Billigschrott als Rückgrat des Unternehmens. Dass dies den Arbeitsaufwand und somit die Kosten für den EDV-Dienstleister erhöht, wird gern übersehen.

Man kann sich dann ja den Preis “zurecktmeckern”.

Um es mal mit John Ruskin zu sagen:

„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Bespannend

Mir hat ja die “Checkerboard”-Bespannung der Marshall-Cabs der frühen 70er Jahre immer besser gefallen als das fade Schwarz meines 1960A. Und weil ich für den Andre schon bei Thomann ein “Salt&Pepper”-Cloth (60er Jahre) bestellen wollte, hab ich mir dann ein “Checkerboard” dazu genommen. Das kam heute, also gleich frisch ans Werk.

Und es ging schneller und war einfacher als gedacht. Cab auf, Innereien raus, Front raus. Der Clou: das weisse Piping ist NICHT an der Front, sondern an den Seiten befestigt. Also nur mehr Bespannung runter fetzen, neue rauf und alles wieder zusammenschrauben. Ziemlich genau zwei Stunden hat das gedauert. Und schaut super aus!

Ride on

AC/DC spielt ja keine Balladen. Ein paar langsamere Songs gibts aber schon. Z.B. “Boogie Man”, oder eben auch “Ride on”. Letzteres hat der Fil letzte Woche mit viel Hingabe (gut 5 Tage hat er für Sound und Solo gebraucht, ich wär nach 5 Monaten noch nicht fertig) gecovert: